Informationen zu Nordic-Walking

Nordic Walking beim SCO zu allen Jahreszeiten
Nordic Walking
Na, die Skier vergessen? Das wurden die ersten Anhänger der Sportart Nordic Walking vielfach gefragt. Heute wird diese Frage kaum mehr gestellt. Längst gehören die Wanderer mit zwei Stöcken zum gewohnten Anblick.
1. Begriff
Nordic Walking ist herkömmliches Walken mit dem Einsatz von speziellen Stöcken (Poles) mit speziellen Handschlaufen.
2. Geschichte
Die Anfänge der Sporart liegen in den 30er Jahren. Damals wurde die Sporart von Langläufern unter dem Namen "Stockgang" oder "Stocklauf" im Sommer und im Herbst in das Langlauftraining eingearbeitet um die Kondition zu verbessern. In den 80er Jahren in den USA als Pole-Walking vorgestellt, konnte sich aber nicht etablieren. Als Heimatland von Nordic Walking gilt seit 1997 Finnland. Der Durchbruch wurde durch die Entwicklung von Stöcken mit entspechendem Schlaufensystem geschafft.

3. Bewegungsablauf
Die Technik ist schnell erlernbar. Der Ablauf wird durch bewussten Umgang mit den Stöcken gesteuert. Der rechte Stock hat immer dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt, der linke Stock, wenn die rechte Ferse aufsetzt. Die Stöcke werden nah am Körper geführt und schräg nach hinten eingesetzt. Der Stockeinsatz erfolgt dicht an der Ferse und der Stock wird kraftvoll so weit wie möglich nach hinten geschoben. Sobald der Arm beim Durchschub die Höhe der Hüfte erreicht hat, wird die Hand am Griff geöffnet und der anschließende Abdruck nur über die Schlaufe ausgeführt. Danach wird der Stock wieder dicht neben dem Körper dynamisch nach vorne geführt und die Hand wieder geschlossen. Nordic Walking ist am wirkungsvollsten in leicht hügeligem Gelände, kann aber auch überall woanders effektiv trainiert werden.
Bergauf: Halten Sie beim Gang nach oben den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. Blicken Sie nach vorne, dann bleibt der Rücken auch in der gebeugten Haltung gerade.
Bergab: Beim Hinuntergehen kommt es darauf an, mit den Stöcken einen Großteil der Belastung auf die Beine abzufangen. Verkürzen Sie dazu Ihre Schrittlänge, verlagern Sie Ihr Gewicht nach hinten und halten Sie Ihre Knie leicht gebeugt.
4. Medizinische Aspekte
- Durch den Einsatz der Stöcke wird die Belastung der Beine und unteren Wirbelsäule gegenüber dem Walking nach aktuellen Studien um etwa 5 bis 8 % verringert und ist daher besonders geeignet für Personen mit Knie- und Rückenproblemen.
- Durch den aktiven Einsatz der Stöcke wird auch die Oberkörpermuskulatur trainiert.
- Nordic Walking löst Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich.
- Nordic Walking ist das optimale Outdoortraining zur Gewichtsreduktion.
- Nordic Walking vermittelt ein sicheres Laufgefühl auch auf glattem Untergrund.
- Nordic Walking trainiert die aerobe Ausdauer und kräftigt gleichzeitig die Oberkörpermuskulatur.
- Nordic Walking verbessert die Herz-, Kreislaufleistung.
- Nordic Walking ist fast um die Hälfte effektiver als Walking ohne Stöcke, Verbrennung von 400 kcal/h statt nur 280 bei normalen Walking.
- Nordic Walking ist gut geeignet zur Rehabilitation nach Sportverletzungen.
- Nordic Walking verbessert die Laune und kann sich möglicherweise auf psychische Faktoren wie Ärger, Depression und Stimmungsschwankungen positiv auswirken.
Bitte in diesen Fällen einen Arzt konsultieren:
- Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt.
- Bei Herzrhythmusstörungen oder bei Verengung der Kranzarterien des Herzens
- Bei Durchblutungsstörungen evtl. mit Ruheschmerzen in den betroffenen Gliedmaßen
- Bei Schmerzen in der Brust evtl. mit Ausstrahlung in die linke Körperregion oder begleitet von Atemnot.
- Bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus, Rheuma, Venenerkrankung.
- Bei überhöhtem Blutdruck.
- Bei Krampfadern oder der Neigung zu Thrombosen.
- Nach einem Hirn- oder Herzinfarkt.
- Bei aktuen Infekten (Fieber) sowohl bei Unwohlsein oder Schwächegefühl.

5. Stöcke
Nordic Walking Stöcke (Poles) werden zumeist aus Carbon, Carbon-Glasfaser-Mischung oder aus Aluminium gefertigt. Carbon gewährleistet eine bessere Dämpfung als Aluminium und ist stabiler. Ein auswechselbarer Gummischutz (Pad) absorbiert zusätzliche Schläge und mindert Geräusche auf Asphalt.
Länge - Formel 1: Stöcke am Griff umfassen und senkrecht vor sich hin stellen. Wenn der Winkel von Oberarm zu Unterarm 90 Grad beträgt, hat man die richtige Stocklänge.
Länge - Formel 2: Körperlänge x 0,66 (0,68 / 0,70) = Stocklänge.
Die Stöcke werden in Abstufungen von 5 Zentimeter angeboten. Die Länge der Stöcke sollte zu Beginn nicht zu lang bemessen sein. Die speziell entworfenen Handschlaufen gewährleisten einen ermüdungsfreien Einsatz der Stöcke über längere Zeiträume. Nach dem Anziehen der Handschlaufe wird diese mit einem individuellen anzupassenden Klettverschluss fixiert.
6. Schuhe
Als Schuh eignet sich ein herkömmlicher Walking-, Jogging-, oder leichter Trekkingschuh (Im Winter oder an Regentagen Idealerweise wasserresistent). Der Schuh sollte einen stabilen Leisten haben, damit eine saubere Fußführung und Abrollbewegung gewährleistet ist. Es gibt spezielle Nordic Walking Modelle.
7. Bekleidung
Die Bekleidung sollte angenehm sitzen und funktionell sein. Grundsätzlich enpfiehlt sich Funktionsbekleidung, welche für ein angenehmes und gesundes Körperklima sorgt.

8. Handschuhe
Handschuhe haben sich besonders für "Viel-Walker" bewährt.
9. Kopfbedeckung
Bei Regen, Schnee und Sonne erbringen Schildmützen gute Dienste.
10. Sonnenbrillen
Sonnenbrillen sind wie bei allen Touren im Freien sinnvoll.
11. Trinkflasche
Bei längeren Touren sollte man auf genügend Wasserzufuhr achten und daher ist eine Trinkflasche im Flaschengürtel empfehlenswert.
12. Herzfrequenzmesser
Für effektives und kontrolliertes Training ist ein Herzfrequenzmesser empfehlenswert.
Grundsätzlich gilt, dass Nordic Walking leicht erlernbar ist. Damit Sie später die Sportart unbeschwert ausüben können, empfiehlt sich der Besuch eines Nordic Walking Kurses. Wir bieten Kurse für verschiedene Gruppen an.
Hier erfahren Sie die Termine unserer Kurse.

Verletzungen beim Nordic Walking
K.Knobloch und P.M. Vogt von der Medizinischen Hochschule Hannover haben eine Studie zu Verletzungen beim Nordic Walking erstellt. Daraus geht hervor, dass Nordic Walking eine sichere und risikoarme Sportart ist. Unter anderem geht die Studie auch auf den Nordic Walking - Daumen ein.
hier können Sie die vom DSV veröffentlichte Studie nachlesen